Von Thailand nach Kambodscha – eine Grenzerfahrung

Betrug, langes Warten, Frustration – Der Grenzübergang von Thailand nach Kambodscha. Mittlerweile ein Klassiker, jeder der auf dem Landweg die Grenze zwischen Thailand und Kambodscha überquert hat, kann eine ähnliche Geschichte erzählen. Es ist nervig, ermüdend und frustrierend, aber hat man es erst einmal geschafft, macht das Teilen der Geschichten umso mehr Spaß. Die Anstrengungen sind schnell vergessen und im Nachhinein war es eigentlich witzig.

Die meisten Reisenden nutzen vor allem zwei Grenzübergänge, wenn sie aus Thailand anreisen. Der eine führt direkt nach Siem Reap, der andere an die Küste nach Sihanoukville. Beide Übergänge haben ihre Tücken, wobei ersterer definitiv der nervigere ist.

Wenn du mit dem Minivan ankommst, weil du vermutlich eins der vielen günstigen Angebote angenommen hast, ist der Spaß am größten. Du hast für eine Fahrt bis Siem Reap bezahlt und freust dich auf eine unkomplizierte Reise in der Gewissheit, dass du einen guten Deal gemacht hast. Je nach dem, wo du losgefahren bist, hält der Bus nach Stunden an und alle müssen aussteigen. Man steht in einem Hof irgendwo im Nirgendwo. Dir und den anderen Fahrgästen wird erklärt, dass euch dort mit den Visa geholfen wird. Diese müssten vorab bezahlt werden, und zwar für einen definitiv höheren Preis als am tatsächlichen Grenzübergang. Wenn man sich lang genug querstellt, wird man schließlich irgendwann zur Grenze gebracht. Auch da wird man zunächst in ein Büro gebracht, wo nichts anderes passiert als zuletzt. Glücklicherweise ist die Grenze jetzt in Sichtweite. Wir haben uns also in die lange Schlange von Menschen dort angestellt und gewartet. Nach dem man sein Visum bezahlt und sich auf die andere Seite durchgekämpft hat, wartete in unserem Fall der Fahrer des Minivans bereits auf uns und teilte höflich mit, dass unser Bus bereits weiter gefahren sei, weil es zu lange gedauert hat. Hätten wir seine Dienstleistungen angenommen hätte es natürlich funktioniert, so er.
Aber da kommt Hilfe. Ein freundlicher junger Mann teilt uns mit, dass es einen kostenlosen Shuttlebus zum Busbahnhof gibt. Wir folgen ihm und steigen in einen in der Tat kostenlosen Bus ein. Dieser bringt uns auch tatsächlich zu einer Busstation, nur ist diese natürlich auch privat. Wir buchen dort eine relativ preiswerte Fahrt und warten Stunden lang. Der Bus kommt nicht. Ich denke, es war auch nie geplant, dass er kommt. Alternativ wurde uns dann natürlich ein weiterer Minivan angeboten, der etwas mehr kostete. Mit diesem Minivan kamen wir schließlich bis an die Stadtgrenze von Siem Reap und wurden vor einem Privatgrundstück in einer kleinen Gasse herrausgelassen. Der Fahrer machte einen Anruf und prompt standen 10 Tuktuks da, um uns für weiteres Geld ins Stadtzentrum zu bringen.
Nach etwa 12 Stunden, etlichen Diskussionen und hunderten Verhandlungen erreichte ich todmüde mein Hostel. Im Endeffekt habe ich etwa doppelt so viel für die Fahrt gezahlt wie geplant. Auf der thailändischen Seite habe ich mich nicht verarschen lassen, und wurde auf der kambodschanischen Seite dafür komplett angeschmiert. Ich kann nicht sagen, ob es unproblematischer gelaufen wäre, wenn wir auf das Angebot des Fahrers eingegangen wären. Ebensowenig kann ich sagen, ob es günstiger geworden wäre. Was ich aber ganz sicher weiß, ist dass nahezu jeder, den ich in Kambodscha getroffen habe, die gleiche Erfahrung gemacht hat.

Die Südroute hat ähnliches zu bieten, wobei es hier deutlich einfacher ist, bis zur Grenze zu kommen. Der Spaß beginnt auch hier erst hinter der Grenze wo Menschen dir erzählen wollen, dass es keinen öffentlichen Bus gibt. Stimmt nicht, es gibt einen Busbahnhof, dieser ist aber zu weit um ihn zu Fuß zu erreichen. Also muss man hinter der Grenze einen Tuktukfahrer runterhandeln bis die etwa 10 Minuten lange Fahrt einen angemessenen Preis bekommt. Immer schön lächeln und einen auf Kumpel machen wirkt Wunder.

Einmal irgendwo angekommen klappt der weitere Transport innerhalb Kambodschas eigentlich schmerzfrei, für sagen wir, kambodschanische Standards. Gute Fahrt!


Hast du Fragen oder Anmerkungen? Lass es mich wissen und schreib es in die Kommentare!

2 Kommentare zu „Von Thailand nach Kambodscha – eine Grenzerfahrung

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  1. Ich habe exakt die gleiche Erfahrung gemacht! Anscheinend gibt es keinen Weg als Touri über die Grenze zu kommen ohne mehr bezahlen zu müssen…

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