Durchatmen in Kambodscha – Kampot und der Pfeffer

Magisch, intensiv und kontrastreich – so verzaubernd eine Reise in Kambodscha ist, so schwer ist es auch manchmal, Orte zu finden (abgesehen von Inseln), in denen man mal so richtig zur Ruhe kommt. Man muss viel verarbeiten und genau dafür eignet sich Kampot ganz besonders gut. Gleichzeitig ist man nicht abgeschottet von der Zivilisation, denn Kampot ist eine Stadt. Entlang des Flusses gibt es jedoch Wohlfühl-Oasen um den perfekten Ausgleich zu schaffen.

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Kampot spielte schon vor hunderten von Jahren eine große Rolle. Die 50.000 Einwohner Stadt ist berühmt für ihren Pfeffer, der seit Beginn der Kolonialzeit in jedem französischen Sternerestaurant serviert wird. Der Handel hat Kampot zu einer schnelleren Entwicklung verholfen, die heute nur noch durch den Anstieg an Tourismus aufrecht gehalten werden kann. Man findet hier Straßen, die noch deutlich den Glanz der Kolonialzeit ausstrahlen und so manch ein Westler hat sich hier niedergelassen um ein Café, einen Buchladen oder ein Guesthouse zu eröffnen.


Was gibt’s da zu sehen?

Viel. Zu erst würde ich jedem raten, ein Fahrrad zu leihen und einfach mal die Stadt zu erkunden. Sie ist nicht groß, so dass man in kurzer Zeit quasi alle Straßen kennt. Zentral, im großen Kreisel, steht die größte Durian Frucht der Welt. Da sind die Bewohner der Stadt wohl besonders stolz drauf. Auf keinen Fall darf man den Markt in der Mitte der Stadt verpassen, hier kann man Obst und Gemüse kaufen, den Metzgern beim Zerlegen von Tieren zusehen, Spielzeug erwerben oder auch einfach ganz delikat essen. Sehr zu empfehlen sind die Sommerrollen. Weiter westlich kommst du zum Kampot-Fluss. Hier kannst du eine meisterhaft zusammengeschusterte Brücke bestaunen. Diese wurde nach dem Krieg aus den Überresten anderer Brücken zusammengeschweißt und hat deshalb drei sehr unterschiedlich aussehende Abschnitte. Hinter der Brücke, weiter nördlich am Ufer findest du die entspanntesten Unterkünfte.

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Manche haben schwimmende Plattformen am Ufer installiert, welche sich ausgezeichnet dazu eignen, den ganzen Tag faul in der Sonne zu liegen und das gemütliche Vorbeitreiben des Flusses zu betrachten.

Eine gute Stunde mit dem Roller entfernt, in nordwestlicher Richtung, befindet sich dir Bogor Hill Station. Hier wurde einst von den Franzosen ein höher gelegenes und somit kühleres Sommerdomizil aus dem Boden gestampft. Heute sind von dem Kasino, den anderen Gebäuden und der Kirche nur noch Ruinen übrig aber der Besuch lohnt sich ganz sicher.

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Weniger weit von Kampot, nämlich nur ca 20 Minuten nach Norden, gibt es einen kegelförmigen Berg. Obwohl dieser nicht besonders hoch ist, bietet er eine wunderbare Aussicht auf das ziemlich trockene Umland. Nach dem kurzen aber steilen Aufstieg kannst du auf dem Gipfel im Schatten eines Wellblechdaches einen vergoldeten Buddha anbeten, bevor du dich begleitet von Schlangen und Eidechsen wieder ins Flache begibst.

In Richtung vietnamesischer Grenze liegt die kleine Stadt Kep. Diese ist für seine Krebse bekannt, die hier überall angeboten werden und köstlich schmecken. Auf keinen Fall verpassen, es ist die 7€ wert. Kep ist auch Ausgangspunkt für einen Besuch der kleinen, verschlafenen Insel Koh Tonsai.


Wie komm ich da hin?

Am besten mit dem Bus. Aus den meisten namenhaften Städte Kambodschas fahren Busse direkt nach Kampot. Dazu kommt, dass Kampot auf Touristen vorbereitet ist und es somit auch zahlreiche private Unternehmen gibt, die Busse anbieten.


Sicherheit

Kampot ist an sich eine sichere Stadt. Aber natürlich gibt es hier ein paar Dinge, die potenziell gefährlich sein können oder zumindest für einen Schrecken sorgen können. Kampots Verkehr ist stellenweise chaotisch, auch wenn er selten sehr überfüllt ist. Verkehrsregeln sind nicht ansatzweise mit den heimischen zu vergleichen und würden ohnehin nicht eingehalten. Rasende Motorradfahrer, Busfahrern, denen die Straße zu gehören scheint, sowie sehr unachtsame Menschen, die aus dem Nichts auftauchen sind an der Tagesordnung.

Kriminalität ist hier selten, gibt es aber überall wo Touristen auftauchen. Es empfiehlt sich vor allem für Frauen, dunkle Gegenden nachts zu meiden. An stark frequentierten Orten sollte die Geldbörse nicht zu sehr aus der Hinterntasche rausragen und das nagelneue IPhone nicht gleich jedem Fremden in die Hand gedrückt werden.

Springen von der Eisenbahnbrücke. Ein Tabu! Auch wenn es viele tun, haben Freunde von mir, da einen Freund verloren, der nach einem Sprung in das kühle Nass nie wieder auftauchte. Also lass das, es gibt genug andere Planschmöglichkeiten.

Die Hunde auf den Straßen können bei Nacht furchteinflößend sein. Je größer deine Gruppe an Leuten, umso besser. Wenn du alleine unterwegs bist hilft nur Augen zu und durch. Mein Tipp, wenn sie zu nahe kommen, bück dich und tue so als würdest du einen Stein aufheben. Auch wenn da keiner rumliegt, tue es. Wirkt Wunder, glaube mir


Insider-Tipps

  • Auf dem Fluss von Unterkunft zu Unterkunft schwimmen und überall ein kühles Bier trinken.
  • Die Sonnenuntergänge vom Ufer der Stadtseite sind ein Traum.
  • Ausflug nach Keb um frischen Krebs zu verspeisen.
  • Kaufe für wenig Geld den besten Pfeffer der Welt!

Kosten

  • Tagesbudget: 15-30€
  • Schlafen: Dorm ab 3€, Bambushütte ab 7€
  • Essen: In Stadt ab 1€, in Unterkunft ab 3€
  • Bier: ab 1€
  • Transport: Rad in Unterkunft oft umsonst, Roller ab 6€/Tag 

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