Das Dach der Welt – Der Annapurna Trail in Nepal

Umgeben von 8000 Meter hohen und schneebedeckten Bergen, führt ein Weg durch alle auf dem Planeten vorhandenen Klimazonen, bis zu einem Pass auf 5500 Metern Höhe – Der Annapurna Trail ist eines der Highlights Nepals, dem Land in dem Buddha geboren wurde, wo alles bunt ist und die Menschen durchdringender strahlen, als irgendwo anders. Den ausführlicheren Bericht über jeden Tag auf dem Trail findest du hier.


Was gibt’s da zu sehen?

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Der komplette Hike dauert ca. 18 Tage und beginnt in Besisahar. Von dort führt der Weg anfangs durch eine grüne tropische Dschungellandschaft mit hoher Luftfeuchtigkeit und exotischen Tieren. Am Tag darauf läuft man durch saftige Reisterrassen und schläft erstmals auf über tausend Metern über dem Meeresspiegel. Es tut gut, der chaotischen Stimmung der Städte entkommen zu sein und das Atmen macht wieder Spaß.

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Am dritten Tag wird es zunehmend felsiger und man läuft durch beeindruckende Schluchten, direkt am mehrere hundert Meter tiefen Abgrund. Die hier verlaufende Straße wurde riskant anmutend in den Fels gesprengt und du fürchtest, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis irgendein Hang abreißt und man mit in die Tiefe gerissen wird.

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Die Natur wird ab nun deutlich trockener und nachts wird es richtig kalt. Auch die Menschen und die Architektur der Häuser in den kleinen Ortschaften verändert sich. Ab einer Höhe von knapp zwei tausend Metern sind fast alle Menschen tibetischen Ursprungs, geflüchtet aus dem von China annektierten Tibet. Alle paar Kilometer kann man in Steinhütten frisch aufgebrühten Tee trinken und ein bisschen Smalltalk führen.

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Ab drei tausend Metern wachsen nur noch Büsche auf der braunen und staubigen Erde, die alles umgibt. Die Temperatur steigt auch tagsüber nicht über 10 grad, doch die Sonne sorgt für ein wohliges Gefühl beim wandern. Nachts jedoch wünscht man sich fünf weitere Decken, denn geheizt wird nicht und Isolation ist hier kein Thema. Die Täler öffnen sich langsam und es fällt schwer zu begreifen wie hoch man ist, wenn um einen herum überall schneebedeckte 8000er in der Sonne leuchten.

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In diesen Höhen ist jeder Meter bergauf anstrengend, denn der Sauerstoffgehalt sinkt drastisch. Nach zehn Tagen überquert man den Pass und steigt wieder ab. Wie weit ich auf meiner Wanderung gekommen bin erfährst du im Annapurna Tagebuch.


Wie komm ich da hin?

Der Hike beginnt in Besisahar, welches von Kathmandu in ca. 6-8 Stunden (5€) und von Pokhara in ca. 3 Stunden (3€) zu erreichen ist. Auch wenn dir in Besisahar angeboten wird, ein Stück nach oben gefahren zu werden, würde ich alles zu Fuß ablaufen. Du gibst deinem Körper mehr Zeit, sich an die Höhe und auch an das tägliche Wandern zu gewöhnen. Einmal losgelaufen kannst du den rot-weißen Markierungen folgen oder auch einfach die Locals Fragen, wenn du dir nicht sicher bist. Normalerweise läuft man jeden Tag zwischen 4 und 8 Stunden.


Sicherheit

Die größten Sicherheitsbedenken hier beziehen sich auf die körperliche Fitness. Der Weg ist trotz steiler Abgründe nicht schwierig zu laufen, aber anstrengend. Man sollte sich gut überlegen, wieviel Gepäck man wirklich braucht, denn je weiter man nach oben kommt, umso mehr spürt man jede hundert Gramm. Ab 3000 Metern über dem Meer spüren mehr als die Hälfte aller Besucher Symptome der Höhenkrankheit, die weder mit Gesundheit noch mit Fitness etwas zu tun hat. Man sollte ab Höhen von 2500 Metern, für die nächste Übernachtung nie mehr als 500 Höhenmeter zurücklegen, um dem Körper Zeit zur Akklimatisation zu geben. Auch der Pass hat seine Tücken, so starben hier 2014 rund 40 Menschen wegen extremer Schneefälle und Lawinen mitten in der Hauptsaison. Erkunde dich also am Tag der Überquerung bei den Locals nach den Wetterbedingungen und bleib im Zweifelsfall lieber ein paar Tage in den Siedlungen unterhalb des Passes.


Insider-Tipps

  • Ein warmer Schlafsack ist nachts eine Wohltat, wenn man ihn schleppen möchte.
  • Auch eine anständige Jacke, Mütze und gutes Schuhwerk sollten mitgebracht werden, es kann sehr kalt werden. (kann alles für wenig Geld in Nepal besorgt werden, auch auf dem Hike)
  • Ab 1500 Meter kann man fast überall umsonst schlafen, wenn man dort zu speisen verspricht.

Kosten

  • Die zwei nötigen Erlaubnisse für den Trail: 35€
  • Tagesbudget:15-20€
  • Schlafen: Oft umsonst, wenn in der Unterkunft gespeist wird
  • Essen: Preise steigen mit Höhenmetern, 2-5€
  • Bier: 4-5€, schadet jedoch der Akklimatisation.
  • Wasser: ca. 0,50€ bei den Auffüllstationen, bis zu 1,30€ in den Shops.

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