Trotz Smog viel zu sehen in Delhi, Indien

Delhi ist selbst für erfahrene Backpacker eine Herausforderung. Dies ist auf keinen Fall falsch zu verstehen, denn die bezaubernde Großstadt im nördlichen Indien hat mit seinen 18 Millionen Einwohnern so einiges zu bieten. Die eigentliche Hauptstadt Indiens, Neu-Delhi, ist Teil der Metropole Delhi, umschließt aber nur einen recht kleinen Teil der Megacity. Die vielen Menschen und der Verkehr sorgen für einen enorme Smogbelastung in der Stadt. Zu vielen Zeiten im Jahr ist die Sicht auf gerade mal 50 Meter beschränkt und Hostelbesitzer raten dir davon ab, die Dachterrasse zu benutzen. Zum Glück ist es nicht immer ganz so schlimm, gute Luft wirst du aber trotzdem in Delhi nie finden. Stattdessen findest du eine schier unglaubliche Zahl an historischen Gebäuden, riesige verträumte Parks, Märkte, die dir den Atem verschlagen und wohl eine der buntesten Bevölkerungen unseres Planeten. Das ist Delhi, du liebst und hasst es etwa 100 mal in nur einer Stunde.


Was gibts da zu sehen?

In den vielen, sehr gut gepflegten Parks von Delhi findest du neben grünen Wiesen und unzähligen auf Parkbank knutschenden Pärchen Grabmäler, die Palästen gleichkommen. Mein Lieblingspark ist der Lodhi-Garden, der auf Grund seiner Größe und Stimmung auch Familien, Yogagruppen und natürlich Touristen anzieht.

Es sind jedoch nie zu viele davon unterwegs, ein großer Vorteil Indiens gegenüber Ländern in Südostasien. In die riesigen Grabmäler kann man meist eintreten und dann in der Mitte das ziemlich kleine und unauffällige Grab begutachten. Die hier begrabenen Menschen müssen von großer Bedeutung für die damalige Gesellschaft gewesen sein.

Bedeutender als diese müssen jedoch die Herrschaften gewesen sein, die gleich einen ganzen Park mit Teichen und Mausoleum für sich beansprucht haben, wie hier im Safdarjung-Mausoleum (Foto oben). Für knapp 3 Euro kann man die beeindruckende Anlage betreten und auf den Terrassen des mächtigen Gebäudes die Atmosphäre genießen.

Am India Gate bekommt man dann einen ersten Eindruck davon, wie bemüht die Inder sein können, dir irgendeinen Touri-Schwachsinn zu verkaufen. Während du in den Parks komplett in Ruhe gelassen wirst, musst du hier aktiv verneinen und Menschen davonlaufen. Aber glaub mir, das ist noch garnichts, wir fangen langsam an.

Auf dem Weg vom india-Gate zum Rashtrapati-Bhavan-Palast werden die Tuktuk-Fahrer aufdringlicher und die Preise variieren stärker. Zum einen wird im Schnitt hier mehr Geld verlangt, andererseits machen manche dir so unverschämt günstige Angebote, nur um dich in das Tuktuk zu locken. Nach den ersten Metern werden dir dann viele weitere Angebote unterbreitet, um dich möglichst den ganzen Tag an den Fahrer zu binden. Keine Sorge, sie lassen dich trotzdem aussteigen, nur dann eben nicht mehr ganz so gut gelaunt wie zuvor.

Das vermutlich größte und beeindruckenste Mausoleum in Delhi ist das Humayun-Grab. Dieses zieht zurecht größere Scharen an Besuchern an, denn es ist in einem sehr gepflegten Zustand und von unglaublicher Größe. Auf dem Weg zu Humayuns Grabstätte kommst du zwangsläufig an dem ebenfalls sehr imposanten Isa Khan Mausoleum vorbei, dass du dir ebenfalls nicht entgehen lassen solltest.

Nach dem du nun alle wichtigen Friedhöfe Delhis gesehen hast, möchtest du vielleicht ein bisschen mehr Leben erfahren. Keine Sorge, dafür ist Old-Delhi perfekt, auch wenn du die Ruhe der Grabstätten vermissen wirst. Bereits bei der Ankunft in Old-Delhi verstehst du wieso. Man kommt durch die Menschenmengen fast nicht hindurch und alle wollen dir etwas verkaufen.

Am Red-Fort kannst du die Festung der Residenz des letzten Moguls besichtigen. Gib hier Acht, denn es sind viele Betrüger und Taschendiebe unterwegs. Lass dich nicht von jedem zu Fotos überreden und bleib in der Nähe deiner Begleitung, wenn du nicht alleine unterwegs bist.

Vom Red-Fort geht es nun direkt ins Zentrum von Old-Delhi, wo die Straße in einen riesigen Markt übergeht. Zwischen Gewürzen, Kamelen, Tonkrügen und HiFi-Artikeln findest du hier alles von Unterhaltung bis Essen. Aber es ist anstrengend, es fällt schwer zu verstehen, wie die Menschen das hier länger aushalten können. Wohnen will man hier als Tourist vermutlich eher nicht, die Eindrücke und Erinnerungen von hier gehören aber zu meinen intensivsten und schönsten.

Fast jedes Hostel in Delhi bietet geführte Touren durch Old-Delhi an. Egal wie selbstständig, erfahren oder mutig du sein magst, ich empfehle die Tour auf jeden Fall. Du wirst Orte zu Gesicht bekommen, die du auf eigene Faust nicht finden wirst.

Dazu kommt, dass manch aufdringlicher Verkäufer von dir ablässt, wenn sich jemand in seiner Sprache dazwischen stellen kann. Die Verkäufer sind nicht gefährlich, aber es ist eben teils sehr schwer, sie abzuwimmeln. Und solltest du was kaufen wollen, bekommst du mit Guide einen zumindest realistischeren Preis.

Zuletzt, findest du auch nur mit einer einheimischen Führung so magische Orte wie diesen, wo die Jugend Delhis abends auf Dächern sitzt und die Aussicht über die Dächer der Stadt genießt. Pünktlich zum Sonnenuntergang eine Moschee von oben zu sehen ist unbezahlbar.

Wenn du nach einem Tag in Old-Delhi wieder etwas mehr Erholung brauchst, lohnt sich die Fahrt zur Qutb Minar. Dies ist eine riesige Anlage im Süden der Stadt. Der Eintritt ist nicht so günstig, aber wenn dir die Aussicht von außen reicht, kannst du dich durch eine kleine Siedlung südöstlich der Anlage anschleichen und dich auf die Mauer setzen. Oft sind diese Parks ja auch von außen schöner als von innen. Vieles wiederholt sich auch, und nach Tagen des Sightseeings hast du vielleicht nicht mehr Lust alles ganz genau unter die Lupe zu nehmen.

An drei Tagen kannst du die meisten und wichtigsten der vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt abklappern und sehnst dich vermutlich danach die Stadt zu verlassen. Was oft nicht weniger anstrengend ist, als Delhi selbst.


Wie komm ich da hin?

Mit dem Flugzeug kommst du am Indira Gandhi International Airport an. Terminal 1C und 1D werden oft als Palam Airport bezeichnet, sind aber Teil des großen Flughafens und werden meist von den günstigen Airlines angeflogen. Im Winter herrscht oft dichter Nebel, weshalb viele Flüge mit Verspätung ankommen und abheben.

Busse, die Delhi mit anderen Städten verbinden fahren von Busbahnhöfen sowie von privaten Parkplätzen und Tankstellen. In deiner Unterkunft wird dir sicher mit der Buchung und dem Finden des richtigen Abfahrtortes geholfen.

Es gibt 4 große Bahnhöfe in Delhi: New Delhi, Delhi Junction (Old Delhi), Hazrad Nizamuddin und Anand Vihar. Du solltest deine Züge unbedingt so früh wie möglich buchen, teilweise sind sie schon eine Woche vor Abfahrt ausgebucht.

Es gibt ein überraschend modernes Subway-System, das die meisten wichtigen Orte in Delhi miteinander verbindet. Es ist schnell, übersichtlich und effektiv. Mit der „Smart-Card“ sparst du dir das permanente Ticketkaufen und kommst schnell durch die Sicherheitschecks.

Taxis, Tuktuk (auch Auto genannt) und Uber fahren rund um die Uhr überall hin und kosten nicht viel. So kommst du am elegantesten von einer Subway-Station zu deiner Endbestimmung. Nach einer Weile bekommst du ein Gefühl für die Preise. So wenig wie die Inder wirst du aber vermutlich nie zahlen. Wenn du den Fahrer überreden kannst, das Taximeter zu benutzen, zahlst du ca. 30 Cent für die ersten beiden Kilometer, danach 10 Cent für jeden weiteren. Meist lehnen sie das aber deutlich ab.


Sicherheit

Delhi ist nicht übertrieben gefährlich, aber man muss hier wirklich aufpassen. Gefährlich für dein körperliches Wohlergehen ist vor allem der Verkehr. Dieser ist vor allem morgens und abends kompletter Wahnsinn und Verkehrsregeln werden nicht eingehalten. Das magst du vielleicht von anderen Ländern kennen, aber glaube mir, Delhi ist heftiger. Pass gut auf und vertraue nicht darauf, dass andere dich wahrnehmen.

Das andere sind die Menschen, die dich beklauen und über den Tisch ziehen wollen. Du wirst überall viel zu freundlich angesprochen. Von Menschen, die dich angeblich kennen, unglaubliche Angebote für dich haben, oder dir helfen können, kostenlos irgendwo reinzukommen. Vertraue ihnen nicht, in 99,9% steckt kein guter Wille dahinter. Frauen sollten doppelt aufpassen und nicht nachts alleine Tuktuk fahren oder auf der Straße herumstolpern. Angemessene Kleidung ist für Frauen sowie auch für Männer eine Frage des Respekts und erspart dir unangenehme Situationen.

Vor allem an überfüllten Orten, wie Old-Delhi, Bahnhöfen, Märkten etc. solltest du deine Wertsachen nicht allzu zugänglich mit dir führen. Die Straßendiebe hier haben schnelle Finger und dann ist ruckzuck deine ganze Reise im Eimer, wenn der Reisepass und die Kreditkarte weg sind.


Insider-Tipps

  • Komme bei Tageslicht an und buche für die ersten Nächte eine Unterkunft im Voraus. Hab die Adresse auf einem Papier stehen und informiere dich, was der Transport mit dem Taxi oder Tuktuk kosten darf!
  • Buche eine Unterkunft, die gemütlich ist, auch wenn sie vielleicht 2-3 Euro mehr kostet. Delhi ist anstrengend wie Sau und du freust dich abends über die gemütliche Dachterrasse und ein gemütliches Zimmer.
  • Buche den weitern Transport so früh wie möglich. Vor allem Züge sind sehr schnell ausgebucht. Bei Bussen dauert dies länger, dafür sind sie teurer und nicht wirklich komfortabler. (Wenn auch meist schneller)
  • Nimm dir Zeit! Delhi ist groß und es gibt viel zu sehen. Mehr als 3 Dinge an einem Tag sehen zu wollen kann unglaublich anstrengend sein. Die Parks helfen, wieder Ruhe zu finden.
  • Wenn dein Hostel es anbietet, buche eine geführte Tour durch Old-Delhi!
  • Das Essen, egal ob Streetfood, Lieferservice oder besseres Restaurant, probiere so viel du kannst, es ist sooo gut!
  • Bier und Alkohol gibt es nicht im Supermarkt. Du musst einen der „Wine/Liquer-Shops“ aufsuchen und die machen irgendwann gegen 22 Uhr zu.

Kosten

  • Tagesbudget: 15-30€
  • Schlafen: Dorm ab 4€ (bessere ab 7€), DZ ab 18€
  • Essen: ab 0,50€ auf der Straße, ab 1,50€ im Restaurant
  • Bier: ab 1€

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