Baden neben brennenden Leichen – Heiliges Varanasi, Indien

Willkommen in der verrücktesten Stadt Indiens. Varanasi ist eine der ältesten Städte des Landes und für die Hindus die heiligste Stadt der Welt. Es heißt, wer hier stirbt, durchbricht den ewigen Kreis der Wiedergeburt und geht direkt ins Nirvana über. Das ist logischerweise ziemlich verlockend und zieht dementsprechend viele Kranke und dem Tode nahestehende Menschen hierher. Diese unglaublich spirituelle Stadt mit seinen 1,2 Millionen Einwohnern ist ein Rausch an Impressionen und Sinneswahrnehmungen und wird dir vermutlich von allen Zielen in Indien mit am besten in Erinnerung bleiben


Was gibt’s hier zu sehen?

Es gibt in Varanasi unendlich viel zu sehen. Selbst eine Woche reicht fast nichts aus, um den Wahnsinn hier zu fassen, der dich von morgens bis nachts ins Staunen versetzt. Die Spiritualität der Menschen ist omnipräsent und man kommt sehr schnell mit Heiligen ins Gespräch, die dir von ihren Bräuchen und Weisheiten erzählen. Viele freuen sich auch einfach über stillschweigendes Beieinandersitzen.

Kleine, viel zu überfüllte Gassen Varanasis schlängeln sich durch die ganze Stadt. Viele von ihnen sind der schnellste und intensivste Weg zu den Ghats, den am Wasser liegenden Stufen. Generell gilt, je näher am Wasser, umso geschäftigter wird das bunte Treiben.

Die Gahts selbst sind Treffpunkt für alles, was mit Religion und Alltag zu tun hat. Hier baden die Menschen im heiligen Ganges, verkaufen heilige Blumen, lassen sich segnen oder trocknen ihre gewaschene Wäsche. An den weiter nördlich gelegenen Ghats werden rund um die Uhr Leichen verbrannt. Man darf sich als Tourist dieses Ereignis anschauen, Fotos sind jedoch strengsten untersagt.

Die Kinder kommen hier, um der Hitze zu entfliehen und sich beim Springen ins kühle Nass zu beweisen. Die Anwesenheit eines europäischen Touristen hilft da vermutlich noch ein bisschen nach. Wäre der Ganges in Varanasi nicht einer der schmutzigsten Flüsse der Welt, der einen darin badenden Touristen sehr schnell ins Krankenhaus bringen kann, wäre  ich gerne mitgesprungen.

Weiter südlich am Ufer werden die Ghats ruhiger und man muss nicht mehr alle 20 Sekunden einen Touristenführer oder unheimliche Nachläufer abwimmeln. Wer die Kulisse Varanasis vom Wasser aus betrachten will kann hier für wenig Geld eine Bootsfahrt buchen. Theoretische gibts diese für knapp einen Euro pro Stunde und pro Person, wobei ich niemanden kennengelernt habe, der wirklich so wenig gezahlt hat.

Varanasi hat aber noch mehr zu bieten als die riesigen Ghats am Ufer des Ganges. Auf den lauten Straßen der Stadt findest du ein unglaubliches Chaos aus Tuktuks, Kühen, Menschen und Verkaufsständen. Man kann nicht fassen, dass dies irgendwie zu funktionieren scheint. Vor allem, weil das bunte Gewusel auf seine eigene Art eine Ruhe ausstrahlt, die nicht von diesem Planeten scheint.

Auf den unendlichen Märkten findest du alles, was du dir vorstellen kannst. Das beste daran ist aber das Essen, dass du in unvorstellbarer Vielfalt zu den allerbesten Preisen bekommst. Auf der Straße zahlst du selten mehr als einen Euro für eine Mahlzeit und an die Fülle von Geschmack und Gerüchen wirst du dich dein ganzes Leben erinnern.


Wie komm ich da hin?

Auf Grund der großen Bedeutung Varanasis, ist die Stadt auf vielen Wegen zu erreichen. Es gibt einen etwa 25 Kilometer entfernten Flughafen. Die Fahrt mit dem Tuktuk in die Stadt kostet ca. 6 Euro und dauert je nach Verkehr zwischen 40 Minuten und 2 Stunden. Etliche Züge verbinden Indiens Städte mit Varanasi. Diese sind jedoch nicht besonders schnell und so dauert die Anreise von Delhi oder Accra zwischen 12 und 17 Stunden. Busse sind da schon schneller (Delhi -> Varanasi in ca. 10 Stunden), kosten aber ein wenig mehr (10-15€). Innerhalb Varanasis kommst du zu Fuß oder mit dem Tuktuk am schnellsten und einfachsten ans Ziel.


Sicherheit

Varanasi ist nicht gefährlich, auch wenn vermutlich viele von der Fülle und Hektik der Stadt eingeschüchtert werden. Es gelten die normalen Vorsichtsmaßnahmen wie an allen Orten, wo es voll wird und welche Touristen anziehen. Pass also ein bisschen auf deine Wertgegenstände auf. Vom Baden im Fluss wird abgeraten, die vielen Keime und Erreger bringen westliche Touristen ganz schnell ins Krankenhaus.


Insider-Tipps

  • Wer an den Ghats spazieren geht, sollte sich nicht wundern, wenn er Gesellschaft bekommt, die z.B. die Verbrennungen erklärt und dir Fakten zur Geschichte der Stadt erzählt. Natürlich wird dafür am Ende der Tour ein wenig Geld verlangt. Lohnt sich aber.
  • Fotos der Leichenverbrennung sind verboten. Solltest du erwischt werden, kannst du davon ausgehen, dass die Familie des Verstorbenen die Hand aufhalten wird.
  • Habe keine Angst vor dem Streetfood, die Gerichte schmecken fantastisch und die Chance dir etwas einzufangen ist nicht höher als in den Restaurants. Ich wurde in Indien kein einziges Mal krank vom Essen.

Kosten

  • Tagesbudget: 15-25€
  • Schlafen: Dorm ab 3€, DZ ab 8€
  • Essen: auf der Straße ab 0,50€
  • Bier: in Varanasi fast nicht zu finden und dann nicht günstig. (ab 2,50€)

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