Aussteiger-Insel im neuen Glanz – Koh Samui, Thailand

Dass Koh Samui für Backpacker nicht mehr die erste Wahl ist, hat sich ja schon lange rumgesprochen. Auch ich wollte mich hiervon überzeugen, also nahm ich einen kleinen Umweg in Kauf, um selbst mitreden zu können. Ich fand viel Schönes, aber auch viele Argumente, die für mich gegen einen weiteren Besuch sprechen. Was ich definitiv gut verstehen kann, ist die Tatsache, dass Koh Samui einmal richtig angesagt war.


Stimmung

Koh Samui ist größer als die meisten anderen Inseln Thailands. Es gibt einen Flughafen, eine gut ausgebaute Ringstraße, auf der sehr schnell gefahren wird und eine Menge hübscher Strände mit teuren Resorts. Es leuchtet schnell ein, dass Koh Samui eine andere Zielgruppe als junge Backpacker ohne Geld anzieht. Das Publikum ist vermutlich teilweise noch das gleiche wie vor 30 Jahren, nur haben diese Menschen heute mehr Geld und höhere Ansprüche.

Die Feier-Zentren von damals existieren noch, junge Menschen sieht man allerdings hier eher seltener. Es fühlt sich an, als wären auf der Blüte der touristischen Eskalation die jungen Touristen plötzlich ausgeblieben und nur die Stammbelegschaft wäre geblieben. Dies verdankt Koh Samui vermutlich den beiden Nachbarinseln Koh Phangan und Koh Tao, die sich größtenteils auf jüngere Touristen konzentrieren.

Schön an Koh Samui ist jedoch, dass man hier viele sehr authentische Ecken findet. Die Insel ist schlicht und ergreifend so groß, dass es hier normale Siedlungen gibt, viele davon ohne hübschen Strand, sodass ein typisch thailändisches Leben hier stattfinden kann. Shake-Stände und Bars suchst du hier vergeblich, dafür gibt es gemütliche Dorf-Atmosphäre, dichte Palmenwälder und die nettesten Menschen.


Was gibt’s hier zu sehen?

Koh Samui ist wie gesagt recht groß, also werde ich mich auf die wichtigsten Orte und Sehenswürdigkeiten konzentrieren. Mit dem Boot landest du höchstwahrscheinlich in Nathon, der kleinen Stadt an der Westküste Koh Samuis. Shops, Bars, Roller-Verleih, Reisebüros, alles dreht sich mehr oder weniger um Tourismus. Es gibt auch ein paar Hotels, warum man hier nächtigen sollte, verstehe ich jedoch nicht.

In der südwestlichen Ecke von Taling Ngam gibt es eine Menge kleiner Ortschaften, in denen es sich ganz wunderbar relaxen lässt. Wer keinen Traumstrand benötigt und authentische, gastfreundliche und gemütliche Atmosphäre bevorzugt dem empfehle ich das Afortime Beach House (Facebook) , 20 Meter von einem winzigen Strand entfernt.

Die unglaublich herzliche Besitzerin dieses Hostels sorgt für eine extrem familiäre Atmosphäre, bindet dich gerne ins gemeinsame Kochen mit ein und steckt einfach jeden mit ihrer positiven Ausstrahlung an. Dieser Ort war für mich das absolute Highlight von Koh Samui.

Wem es hier zu ruhig ist, der kann weiter nach Lamai ziehen. Hier zeigt sich das weiter oben beschriebene touristische Inferno, dass einst junge Reisende fasziniert hat. Laute Bars und shops, Leuchtreklame, ein Nachtmarkt und vor allem viele Menschen, die man vom Alter hier gar nicht mehr erwarten würde. Mittlerweile zieht es dank der guten Infrastruktur auch viele Familien hier her.

Wer hier dennoch eine oder gleich mehrere Nächte bleiben möchte, dem empfehlen ich eins der Guesthouses 2 Kilometer südlich von Lamai. Der Strand ist schöner und ruhiger und man kann nachts besser die Augen zumachen. Pickup-Taxis fahren bis spät und bringen dich zu deiner Unterkunft.

Am unteren Ende von Lamai befindet sich eines der Wahrzeichen von Koh Samui: Zwei Gesteinsformationen die mit ein wenig Phantasie einen Penis und an eine Vagina erinnern und liebevoll Grandfather’s und Grandmother’s Rock genannt werden (auch auf dem Titelbild).

Direkt daneben eine wunderschöne kleine Bucht, die unter anderem auch die Rock Bar beheimatet. Hier läuft durchgehend gute Musik und abends finden oft Live-Konzerte statt. Neben Bier und Cocktails kann man hier so einiges bestellen, um einen entspannten Abend zu haben.

Zwischen Nathon (der Stadt mit dem Hafen) und Lamai befindet sich etwa in der Mitte ein großer Wasserfall, der Na Mueang. Um diesen zu erreichen, fährst du mit dem Scooter eine kleine Straße von der Hauptstraße den Hang hinauf, parkst, zahlst ein paar cent und läufst die restlichen 50 Meter. Vergiss die Badesachen nicht, Baden ist hier erlaubt und sehr erfrischend.

Alles nordöstlich von Lamai ist so eine Angelegenheit…. Zwar ist die Natur atemberaubend schön, nur sind leider sämtliche Buchten und Strände mittlerweile mit relativ teuren Resorts zugepackt. Das ist zwar ganz nett, um Fotos zu schießen oder auch mal ins Wasser zu gehen, nur teilst du diesen Spaß eben mit sehr sehr vielen Menschen und von Backpackeratmosphäre fehlt jede Spur.

Das richtige Übel kommt zum Schluss. Kurz vor dem Flughafen der Insel liegt die Konsum-Hölle Chaweng. Abgesehen vom Klima und den teils sehr baufälligen Gebäuden erinnert dieser Ort eher an Ibiza als an Südostasien. Massentourismus, überfüllte hässliche Strände und Prostitution ziehen offensichtlich massenhaft Menschen hier her. Warum auch immer.


Wie komm ich hier hin?


 

Wie komm ich hier weg, sollte der Titel heißen. Auch wenn Koh Samui viele schöne Ecken hat, war ich nach nur 3 Nächten reif für die Weiterreise. Aber sieh selbst! Nach Koh Samui kommst du auf folgende Arten:

Flugzeug: Koh Samui hat einen Flughafen. Von hier bringen dich Minivans oder Taxis an jeden Ort der Insel. Wenn du in einer schicken Unterkunft gebucht hast, wirst du bestimmt abgeholt.

Boot: Vom Festland gibt es zwei direkte Verbindungen und eine indirekte. Die direkten gehen beide von Surat Thani aus, wobei zu erwähnen ist, dass die teurere aber auch schnellere von Lom Prayah direkt vom Hafen Surat Thani’s losfährt. Die andere startet rund 40 Kilometer weiter östlich, oft muss man den Transport selber zahlen. Lom Prayah ist in meinen Augen die sinnvollere Alternative (ca. 8 €).

Indirekt kommst du auch von Chumphon über Koh Tao und Koh Phangan nach Koh Samui. Kommst du also gerade aus Bangkok und hast unglaublich Lust auf viele Stunden auf zum teil sehr unruhiger See, dann ist das deine erste Wahl. Billiger ist es sicher nicht und schneller vermutlich auch nicht. Ich würde über Surat Thani fahren.


Sicherheit

So wie die meisten Orte und Inseln ist auch Koh Samui sicher. Die Gefahr von Straßendieben ist sicherlich in Lamai und Chaweng am höchsten. Insbesondere Frauen sollten in Bars darauf achten, wer ihnen einen Drink ausgibt und ihre Getränke auch nicht aus den Augen lassen.


Kosten

  • Tagesbudget: ab 25€
  • Schlafen: Dorm ab 10€, DZ ab 25€
  • Essen: ab 1,50€
  • Bier: ab 1€

Insider Tips

  • Taling Ngam war definitiv meine Lieblingsecke. Leih dir einfach einen Roller in Nathon und fahre um die Insel!
  • Oder bleib einfach in Koh Tao oder Koh Phangan

Hast du Fragen oder Anmerkungen? Lass es mich wissen und schreib einen Kommentar!

 

 

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